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Stillstand

12/04/2019 6:21 p.m.

Die Innenstadt gleicht auch heute einem Ameisenhaufen. Alle laufen wild durcheinander und doch hat jeder ein Ziel. Zahllose Obdachlose und Straßenmusiker kreuzen meinen Weg. Einige davon bekommen mein Mitleid, keiner aber mein Geld. Ich habe auch keines dabei. Nur meine Kamera beschwert das leichte Dasein meines freien Tages. Ich bin auf der Suche nach einer Geschichte, einem Gesicht oder auch nur eine Situation, die aus dem Einheitsbrei heraussticht. Doch die Hektik des Feierabends lässt mich rastlos voranhetzen.

Nach einigen Minuten ziellosen Umherirrens suche ich mir einen Platz an einem kleinen runden Tisch am Rand eines Straßenkaffees. Kaum jemand wird hier Notiz von mir nehmen und das ist was ich will. Ich beginne mein Objektiv auf die Massen zu richten. Die Brennweite verleiht ihr nach und nach Gesichter. Eine Gruppe junger Mädchen mit einem Six-Pack Bier, ein Mann und eine Frau, beide mit roten Haaren, die lautstark streiten, ein älterer Herr in einem teuer aussehenden Anzug. Alle banne ich auf Schnappschüssen, doch schon auf dem kleinen Display meiner Kamera erkenne ich, es sind nichts als schon im Übermaß erzählte Geschichten. Zwei Tassen lauwarmen Kaffees später, packe ich entmutigt meine Sachen. Ich tauche ein in die Köpfe und werde eine von ihnen. Eine erfolglose Story.

Meine Füße jagen die schnellen Schritte vor mir, bis ich plötzlich eine Kurve verpasse und abrupt gestoppt werde. Ich hebe zum ersten Mal seit Verlassen des Cafés den Kopf und erstarre als ich den alten Mann vor mir erblicke. Er steht einfach nur da. Unbeweglich, wie eine …

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Das Mädchen von Nebenan

12/02/2019 11:11 p.m.

Die orientalischen Klänge meiner türkischstämmigen Nachbarn fluten an so manchem Sommerabend unüberhörbar den Hinterhof. Ich habe nicht viel Gutes von dem Haus mit der halbzerstörten Tür von nebenan gehört, aber auch nicht viel Schlechtes. Trotzdem reichen diese Kleinigkeiten aus, um ein negatives Bild in meinem Kopf entstehen zu lassen. Als ich diesen Morgen die Haustür hinter mir schließe um zur Arbeit zu hasten, steht ein junges Mädchen im Hauseingang besagter Nachbarn. Ich senke den Kopf und stürme vorbei, doch sie hält mich an mit den Worten: „Entschuldigung, haben sie kurz Zeit“. Ich stocke. Zum einen darüber, dass sie, hingegen meines voreilig urteilenden Verstandes, perfektes Deutsch spricht und zum anderen über die Überraschung von einem jungen Mädchen gesiezt zu werden – so erwachsen fühle ich mich noch lange nicht. Ohne auch nur eine Sekunde innezuhalten, erkläre ich freundlich aber bestimmt, dass ich auf dem Weg zur Arbeit sei. Sie zögert kurz, ob sie mich vielleicht doch aufhalten soll auf meinem emsigen Vormarsch, aber winkt dann ab. „Oh, dann ist egal. Ich möchte Sie nicht aufhalten.“ Ich nicke stumm und spurte weiter als würde das erreichen meiner Arbeitsstelle mir einen Platz im Paradies sicher ohne zu merken, dass ich genau diesen vielleicht gerade verpasst habe. Die Bahn hat Verspätung und ich stehe fast zehn Minuten am Gleis. Zehn Minuten in denen mir die Gedanken an das Mädchen wie ein klammernder Geist im Nacken sitzen. Als ich sie sah, stand sie mit dem Gesicht zum Hauseingang gewandt. Ich konnte die Unsicherheit in …

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Carlo

01/27/2018 1:38 p.m.

Carlo schläft auf einem Parkplatz unter einer Brücke. Bei gutem Wetter bleibt der Asphalt im Schatten der Brückenpfeiler länger kühl, bei schlechtem hält er warm. Ein Rollator, eine Plastiktüte und ein Schlafsack. Mehr hat Carlo nicht. Hier und da ein paar Euro oder im Tausch ein paar Bierflaschen. Sonst nichts. Nur seine Träume. Er träumt sie, wenn er auf Cent-Stücke wartet und oft nur Kopfschütteln und gerümpfte Nasen bekommt. Wäre Ignoranz eine Währung, wäre Carlo schon längst Millionär. Nachts hat Carlo den Parkplatz für sich allein. Am Tag drängeln sich die Firmenfahrzeuge und überbieten sich in Länge, Größe und PS. Kaum ein Mitarbeiter weiß, wer Carlo ist. Einige hätten schon mal einen Penner auf dem Parkplatz rumlungern gesehen, aber seinen Namen kennen sie nicht. Hat er überhaupt einen? Den Penner kennt man im Gebäude. Er blockiere manchmal überdachte Parklücken. Wirklich frustrierend. Dort könnte schließlich ein Mercedes stehen. Stattdessen muss der teure Lack dem Wetter ausgesetzt werden.

Auch an diesem Morgen quietschen allerlei Reifen über den Asphalt und verbreiten bitteren Gummigeruch. Kaum noch überdachte Parkplätze und das ausgerechnet bei diesem kalten, peitschenden Starkregen. Der BMW-Fahrer flucht und umkurvt die dicht gedrängten Luxuskarosserien wie ein Polarfischer die Eisschollen. Dann reißt er das Lenkrad herum und biegt in die ersehnte Lücke zwischen Porsche Cayenne und Audi A6. Ein Rumpeln und Stöhnen, das Auto buckelt wie ein Wildpferd. Er steigt aus, schmettert die Tür zu und läuft besorgt um sein Auto. Gott sei Dank, kein Blechschaden.

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Be still my heart

01/27/2018 1:36 p.m.

Be still my heart be very still

you know we cannot not have her

the dreams must stop, they are not real

you know it's for the better

 

Be still my heart be very still

and cease that dreadful feeling.

Obey me now, don’t fight against

There is no cure or healing.

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How not to be seen

01/27/2018 1:33 p.m.

I’m the master of smiles

The queen of jokes

Everyone sees me

Oh please god, release me

 

I deal the mood

I steal the laughs

Everyone knows me

And my destroyed heart

 

I am a liar, I am a thief

A devilish dragon in a maiden’s sheet

 

I wish to be perfect, I wish to succeed

To be like glass,

Transparent and finite

 

But sadly I am stone,

A sad survivor

Cold, gray and alone

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Competition

01/27/2018 1:31 p.m.

How should I make you fall in love with me when you heart already belongs to the world?

Me against 7 billion strangers, 200 countries, dozens of cultures and endless adventures.

How could I dare to compete with the beauty of the polar lights, the endless African steppe, the sound of crashing waves or the colors of the setting sun?

And still… for you, I might try.

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Vagabond

01/27/2018 1:25 p.m.

Don’t wait for me ‘cause I won’t stay

The world’s my home, its sides my prey

 

No ties can bind me, no rules can hold

A soul on travel can’t be controlled

 

So if you want me you need to know

There will be goodbyes but also hellos

 

Chase the sunsets and find me beyond

I dare you to follow a vagabond.

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